Kata Schweizermeisterschaft 2011

Kata Schweizermeisterschaft 2011

Drei Mal Gold und ein Mal Silber für Wohlen

Karate: Schweizer Meisterschaft im Kata in Rothrist

Die Wohler Karatekas zeigten an den Schweizermeisterschaften sensationelle Resultate. In drei verschiedenen Kategorien ging Gold an den Karate-Club Wohlen.

Kata ist, neben dem Zweikampf, eine der beiden Wettkampfformen im traditionellen Kyokushin Karate. Es wird häufig mit einem „Scheinkampf“ verglichen, da die Schläge und Tritte gegen einen imaginären Gegner gerichtet sind. Ziel des Wettkämpfers ist dabei, eine Kata in der vorgegebenen Abfolge von Techniken so präzise und ausdrucksstark zu präsentieren, um von der Jury möglichst hohe Noten zu erhalten.

Wohler Elite-Team holt bei ihrem Abschiedswettkampf Gold

Die Kategorie Elite besteht aus Braun- und Schwarzgurten. Marcel Unterasinger, der Titelverteidiger und zweifache Bronzegewinner der WM 2010, verzichtete als neuer Assistenztrainer der Nationalmannschaft auf einen Start in der Einzelkategorie, ebenso traten Gerry Baumgartner und Ronny Furger nicht mehr an um ihre Topresultate aus dem Vorjahr zu verteidigen. Allerdings bildeten diese drei bis anhin auch ein sehr erfolgreiches Team. Und da sie nun drei Mal in Folge in der Kategorie „Elite Team“ Vize-Schweizermeister wurden und damit bisher diesen Titel knapp verpassten, wollten sie es nun noch ein letztes Mal versuchen. Mit der Teilnahme im Teamwettkampf verabschiedeten sich die drei Wohler Karatekas also von ihrer Wettkampfkarriere.

Im Teamkata starten drei Karatekas gleichzeitig und laufen eine Kata synchron. Das Team „Kriens 1“ galt mit 9 Titeln in Folge als klarer Favorit und eröffnete den Wettkampf mit Glanznoten. Die drei Wohler liessen sich davon allerdings nicht beeindrucken und setzten sich bereits im ersten Durchgang mit einem finalwürdigen Lauf vor den Kriensern an die Spitze. Obwohl die Noten für die weiteren Durchgänge nicht mehr zählen, so war dies dennoch eine wichtige Ausgangslage aus psychologischer Sicht. Die Startreihenfolge des nächsten Durchgangs wird nämlich durch diese Noten definiert, wobei das Team mit den besten Noten als letztes läuft.

Der zweite Lauf war immer noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kriens erhielt mit einem Top-Lauf sehr hohe Noten. Die Wohler machten so weiter, wie sie begonnen hatten. Der zweite Lauf war mit Ausnahme eines minimen Patzers absolut synchron und kräftig. Das kostete die Maximalnote und brachte Punktegleichstand mit Kriens 1. Dank der höheren Streichnote des Teams Wohlen änderte sich aber nichts am Zwischenstand.

Im Finaldurchgang mit den verbleibenden acht Teams lag nun also die grosse Möglichkeit in den Händen von Baumgartner, Furger und Unterasinger, welche nun ganz zum Schluss ihren allerletzten Lauf antraten. Das Team des Karate-Clubs Wohlen behielt die Nerven und packte diese Chance mit einem nahezu perfekten Lauf eines „Sushi-Ho“. Die Noten dieses entscheidenden Katas lagen mit drei Zehntelspunkten sogar klar über den Konkurrenten aus der Innerschweiz. Somit holten sich die drei Wohler bei ihrem letzten Auftritt das lange ersehnte und verdiente Gold!

 

Der Nachwuchs steht bereit

Nach der Elite wurden die Junioren- und Nachwuchskategorien durchgeführt. Mit Christa Hausherr, Veronica Di Lisi, Naomi Heinzen und Keerhana Veerasingam stellte der Karate-Club Wohlen vier Teilnehmerinnen in der Kategorie „Damen Nachwuchs“. Die Erwartungen an Hausherr, die in den beiden Vorjahren schon zweimal den Vize-Schweizermeistertitel feiern durfte, waren natürlich hoch, wollte sie in diesem Jahr doch endlich den begehrten Titel erreichen. Konzentriert absolvierte sie ihren ersten Pflichtkata-Lauf und setzte sich gleich an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Daneben reihten sich auch die drei anderen Läuferinnen unter den besten 16 ein, womit sie alle für den zweiten Lauf qualifiziert waren. Bei der nächsten Kata-Darbietung wurde die Belastung auf die Karatekas erhöht, mussten sie sich doch unter die besten acht Läuferinnen einreihen, wollten sie den Finaldurchgang erreichen. Während Hausherr ihre Spitzenposition verteidigte, verpasste Veerasingam als Neunte den Finaleinzug knapp. Die Spannung stieg, denn nun mussten die drei verbleibenden Wohlerinnen ihre besten Leistungen zeigen um mit der Spitze mitzuhalten.

Heinzen, die wie Veerasingam zum ersten Mal in dieser Kategorie starten durfte, erzielte in der Endabrechnung den beachtlichen fünften Schlussrang. Di Lisi wagte mit einer hohen und somit anspruchsvollen Kata ein schwieriges Unterfangen, doch ihr gelang ein perfekter Lauf, der ihr in Folge den erfreulichen Vize-Schweizermeistertitel einbrachte. Als letzte Läuferin des Finaldurchgangs bewies Hausherr absolute Nervenstärke. Die Bewertung der bravourös gelaufenen Kata brachte den wohl verdienten Schweizermeistertitel ein. Dies ist umso bemerkenswerter, da sie als Gelbgurt der am niedrigsten graduierte Karateka dieser Kategorie war!

Schweizermeister auch im Nachwuchs-Team

„Wie die Elite so der Nachwuchs“; dies scheint in diesem Jahr sicherlich Berechtigung zu haben. Denn mit Hausherr, Veerasingam und Heinzen stellte der Karate-Club Wohlen auch in der Kategorie „Team Kata Nachwuchs“ den Schweizermeister. In den drei Durchgängen vermochte sich das Team, das zum ersten Mal in dieser Konstellation auflief, in Dynamik, Koordination und Synchronisation stetig zu steigern und liess im Finaldurchgang mit zwei Zehntelspunkten Vorsprung die ganze Konkurrenz hinter sich.

Starkes Debut bei den Junioren

Bei den „Junioren Damen“ stellte sich Chantal Gauch vom Karate-Club Wohlen zum ersten Mal einer Kata Schweizermeisterschaft. Als die am niedrigsten graduierte Karateka musste sie als Gelbgurt lediglich Braungurte vor sich platzieren lassen. Mit nur sechs Zehntelspunkten Abstand auf einen Podestplatz erreichte sie bei ihrem Debut den tollen 6. Rang.

In einem gut besetzten Teilnehmerfeld wagte auch der zweite Wohler Junior, Lukas Blum, sein allererstes Kataturnier. Von dreissig Läufern platzierte sich Blum auf dem guten 12. Rang.

Gemeinsam starteten die beiden mit Nicolas Blättler aus Obwalden als Team „Wohlen/Obwalden“ und erreichten dabei den zweiten Durchgang mit dem 15. Schlussrang.

Damit lassen also auch die Jüngsten den Karate-Club Wohlen zuversichtlich in die Zukunft blicken, um die abtretende Elite zu ersetzen.

 

 

 

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18. Kolibricup Dezember 2010

18. Kolibricup Dezember 2010

Naomi Heinzen gelingt der Hattrick beim Kolibrcup

 

Am 12. Dezember 2010 traf sich der IFK (International Federation of Karate)- Nachwuchs bis 16 Jahre in Tübach, um sich – anlässlich des 18. Kolibricups – in den Disziplinen Clicker (dem Kämpfen ohne Kontakt) und Kata zu messen. 13 Mädchen und Jungen aus dem Karate – Club Wohlen stellten sich den Karatekas aus den Dojos Trimmis, Ilanz, Chur und Goldach/Tübach.

In der Kategorie Klein konnten sich erfreulicherweise alle Wohler unter den Top Ten einreihen. So erreichte Brian Funk Rang 10, nachdem er zwar gute Katas zeigte, aber gleich im ersten Kampf auf den späteren Turniersieger traf. David Gauch klassierte sich mittels einer hervorragenden ersten Kata auf Rang 8 und Sven Hofer katapultierte sich mit starken Katas und Kämpfen auf den 5. Rang.

8 Wohler mischten sich unter das 21 Athleten zählende Feld der Kategorie Mittel. Abishek Veerasingam erreichte Platz 18, und Luca Curicio an seinem ersten Turnier Platz 17. Malou Koch musste sich nach einem sehr ausgeglichenen Kampf dem knappen Schiedsrichterentscheid beugen und erreichte Platz 15. Platz 14 gab es für Trim Hasanaj, der zuerst schöne Katas zeigte, sich dann aber nicht gegen seine Teamkollegin Jenny durchzusetzen vermochte. Raoul Keusch unterlag bei seinem ersten Turnier nach einem starken ersten Kampf in der zweiten Runde dem späteren Sieger und erreichte den tollen 13. Platz. Minnig Matthew belegte mit Platz 10 den ersten Ehrenrang unter den Top Ten. Die beiden Überflieger dieser Kategorie aber waren der Turnierneuling Lukas Brändli und Jenny Hofer. Beide erreichten nach technisch starken Kämpfen das Viertelfinal, und in Kombination mit den sehr überzeugenden Katas reichte es Lukas für den 8. Rang und Jenny erreichte Platz 5.

In der Kategorie Gross konnte sich Chantal Gauch mit guten Leistungen locker in den Top Ten halten und erreichte Platz 8. Naomi Heinzen, welche bereits die letzten beiden Kolibricups gewann, schaffte mit einer super Leistung den Hattrick und konnte zum dritten Mal ungeschlagen den Siegerpokal entgegennehmen.

Herzliche Gratulation allen Athletinnen und Athleten zu den super Leistungen!!

 

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Schweizermeisterschaft Kumite 2010 Wohlen

Schweizermeisterschaft Kumite 2010 Wohlen

2 mal Bronze an der Karate Kumite Schweizermeisterschaft 2010 für Wohlen

 

 

Am 20. November fand in Wohlen die Kyokushinkai Karate Kumite Schweizermeisterschaft statt. Für den Karateclub Wohlen traten in der Kategorie Clicker Chantal Gauch und Naomi Heinzen an. Das Clickern ist ein Wettkampfsystem für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre, bei dem kein Kontakt erlaubt ist. Sämtliche Schläge müssen kurz vor ihrem Ziel gestoppt werden, damit sie mit einem Punkt (oder Click) bewertet werden. Chantal traf gleich zu Beginn auf die Krienserin Jeaninne Wülser, der sie nach gutem Kampf leider unterlag. Naomi hingegen gelang ein super Start ins Turnier. Sie dominierte ihre ersten drei Gegnerinnen klar und zog souverän ins Halbfinal ein, wo sie der späteren Turniersiegerin Tanja Gabathuler aus Chur nur knapp unterlag. So erreichte sie den sehr guten 3. Rang.

 

Markus Baschnagel startete mit Coach Marcel Unterasinger in der Kategorie Kyokushin. Ausgerüstet mit Zahn- Tief- und Schienbeinschützern werden die Schläge hier mit vollem Kontakt zum Körper des Gegners geführt. Verboten sind dabei sämtliche Schläge mit Händen oder Armen auf den Kopf des Gegners, sowie Schläge auf Weichteile, Rücken oder Gelenke. In dem sehr starken Teilnehmerfeld wurden technisch hochstehende und interessante Kämpfe gezeigt. Trotz einer schwierigen Vorbereitungsphase konnte Markus im ersten Kampf seinen ersten Gegner gut kontrollieren und bezwang ihn mittels eines Wirkungstreffers (=Wazari). Im Halbfinal musste er sich allerdings einem knappen Schiedsrichterentscheid beugen, durfte sich aber trotzdem über seine super Leistung und den erreichten 3. Platz freuen.

 

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Ranglisten

 

Clicker Mädchen Einzeln (25)
1. Gabathuler Tanja Chur
2. Gansner Andrea Chur
3. Burri Sina KriensImage
3. Heinzen Naomi Wohlen

 

Clicker Knaben Einzeln (31)
1. Eberli Raphael Obwalden
2. Zurfluh Simon Illanz
3. Roser Ron Anglikon
3. Zurfluh Florian Illanz

 

Nachwuchs Kyokushin Damen -58kg (2)
1. Rechsteiner Vanessa Kriens
2. Gsponser Nadege Academie de Karate Lausanne

 

Nachwuchs Kyokushin Herren -68kg (3)
1. Nderim Mustafi Polimeno Karate
2. Sturm Micke Karate Club Kunheim
3. PelissierJimmy Academie de Karate Lausanne

 

Elite Kyokushin Damen -60kg (2)
1. Eveline Wallimann Karate Do Obwalden
2. Tamara Pfeffer  

 

Elite Kyokushin Damen Open (4)
1. Bucher Anita Karate Do Obwalden
2. Vdovchenko Zlata Moskau (Russland)
3. Bigler Nicole Shinkyokushin Zürich
3. Gasser Manuela Karate Do Obwalden

 

Elite Kyokushin Herren -70kg (4)
1. Hanser Mathieu Karate Club Kunheim
2. Kiser Joe Karate Do Obwalden
3. Boussekine Tarik Academie de Karate Lausanne
3. Bächli Ciril Shinkyokushin Zürich

 

Elite Kyokushin Herren -70kg (8)
1. Cade Gael Karate Club Kunheim
2. Frick Dominik Karateclub Hana Balzers
3. Baschnagel Markus Karate Club Wohlen
3. Merckel Gauthier Academie de Karate Lausanne

 

Elite Kyokushin Herren Open (4)
1. Ryadnov Igor Moskau (Russland)
2. Tafili Ate Karate Do Obwalden
3. Elkholfi Mohammed Karate Club Kunheim
3. Fritsch Christophe Karate Club Kunheim
17. Kolibri Cup 13.06.2010

17. Kolibri Cup 13.06.2010


Am 13. Juni 2010 wurde der 17. Kolibricup in Sagogn durchgeführt. Der Karate Club Wohlen war mit insgesamt 13 Karatekas im Alter zwischen 8 und 15 Jahren sehr gut vertreten. Die total 45 Karatekas wurden entsprechen der Körpergrösse in 3 Kategorien eingeteilt. In der Kategorie Klein starteten David Gauch, Sven Hofer sowie die Turnierneulinge Jessica und Brian Funk. Jessica und Brian erreichten die Plätze 13 und 14, sammelten aber vor allem für die Zukunft wichtige erste Turniererfahrungen. David und Sven schlossen auf den guten Plätzen 7 und 8.

In der Kategorie Mittel vertraten Malou Koch, Jenny Hofer und Metthew Minnig den Karate Club Wohlen. Nach sehr starken Kämpfen erreichten alle drei eine Top-ten Rangierung und erreichten die Plätze 6, 8 und 9.

In der Kategorie Gross starteten Abishek Veerasingam, Trim Hasanaj, Colin Pahl, Chantal Gauch, Keerthana Veerasingam und Naomi Heinzen für den Karate Club Wohlen. Abishek, Colin und Trim zeigten gute Leistungen, konnten sich aber gegen die starke Spitze nicht durchsetzen. Sie erreichten die Plätze 15, 10 und 8. Chantal unterlag nur knapp ihrer Clubkameradin Naomi im Clicker und verpasste mit dem sehr guten 4. Rang haarscharf das Podest. Keerthana und Naomi lieferten sich im Finale einen erbitterten Kampf, den schlussendlich Naomi für sich entscheiden konnte. Sie gewannen Silber (Keerhana) und Gold (Naomi) und konnten so den auch sonst sehr guten Leistungen der Karatekas aus Wohlen das i-Tüpfchen aufsetzen.

Herzliche Gratulation allen Kämpfer-Innen!

 

 

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Kata Weltmeisterschaft 2010

Kata Weltmeisterschaft 2010


Zwei Mal WM-Bronze für Unterasinger

Karate: An den Kata Weltmeisterschaften schaffte Marcel Unterasinger sowohl im Einzel wie auch im Team den Sprung aufs Podest.

Der Wohler Karateka lieferte an den Weltmeisterschaften vor heimischem Publikum das beste Schweizer Resultat. Mit seinen Bronzemedaillen im Einzel und im Team war er an den beiden einzigen Medaillenrängen beteiligt.

Für das heimische Publikum hätte das Turnier nicht spannender verlaufen können. Nachdem bei den Junioren weder im Einzel noch im Team ein Podestplatz resultierte, lagen alle Hoffnungen auf der Elite. Von der letzten Weltmeisterschaft hatte die Schweiz einen dritten Rang in der Teamkategorie zu verteidigen, doch starteten die Formationen in neuen personellen Zusammenstellungen. In der Einzelwertung konnte im Jahr 1999 letztmals eine WM-Medaille verbucht werden. Entsprechend schwierig war es abzuschätzen, wie hoch die Chancen in diesem Jahr stehen würden.

Zuerst starteten die Damen. Nach dem ersten Durchgang lagen gleich zwei Schweizerinnen in Führung, und auch Janine Meyer vom Karate-Club Wettingen schaffte den Einzug in die zweite Runde. Dann allerdings lief es den Einheimischen nicht mehr so gut. Meyer verpasste den Einzug ins Final, ebenso die bis anhin Führende. Mit Dolores Jaros aus Strengelbach konnte mit einem knappen und undankbaren vierten Rang die letzte Medaillenhoffnung nicht erfüllt werden.

Bei den Herren waren gar drei Wohler am Start. Sehr unglücklich lagen Ronny Furger und Gerry Baumgartner nach der Vorrunde punktgleich einen Zehntel hinter dem 16. Rang, welcher die Limite für den zweiten Lauf bedeutete. Damit war für die beiden diese Kategorie leider bereits beendet. Zwei Schweizer lagen noch in den Top Ten. Der Wohler WM-Neuling Marcel Unterasinger positionierte sich gar auf dem aussichtsreichen dritten Zwischenrang zwischen den letztmaligen Medaillengewinnern.
Im zweiten Lauf setzten sich dann der amtierende Weltmeister Darren Stringer aus England und der Russische Meister Andrej Khimichenko an die Spitze. Vize-Weltmeister Sergej Makarov und Alexej Korolev, beide aus Russland, konnten sich dank Streichnote mit Punktgleichheit ebenfalls noch vor Unterasinger einreihen, welcher nun auf den fünften Rang abrutschte. Emmenegger war als einziger weiterer Schweizer ebenfalls noch auf siebter Position für den Final qualifiziert, hatte aber damit keine realistische Chance mehr auf Medaillenränge.
Der Finallauf war mit dieser Ausgangslage an Dramatik nicht zu überbieten. Emmenegger zeigte einen souveränen Lauf und konnte sich in der Schlusswertung gar noch um einen Rang verbessern. Unterasinger wählte ein Kata mit der höchsten Schwierigkeitsstufe und entsprechendem Risiko. „Ich hatte nichts mehr zu verlieren“, so der Wohler, „und ich wusste, dass ein Podestplatz immer noch möglich war. Also hiess es für mich: Alles oder nichts!“. Seine Darbietung war hervorragend und erntete hohe Jurynoten. Doch würde das reichen? Alexej Korolev lief – und hatte tiefere Noten. Nun stand nur noch der Vize-Weltmeister zwischen Unterasinger und dem Podest. Und auch Sergej Makarov musste sich geschlagen geben! Die beiden Topfavoriten Stringer und Khimichenko liessen allerdings nichts mehr anbrennen und holten sich Gold und Silber. Damit war Bronze für Marcel Unterasinger auf sicher und die Sensation perfekt.

Zum Schluss stand noch die Teamkategorie an, wo jeweils drei Wettkämpferinnen und Wettkämpfer eine Kata synchron laufen. Dolores Jaros und André Emmenegger hatten an der letzten Weltmeisterschaft hinter Russland und Grossbritannien Bronze geholt. Zusammen mit dem Neuzugang Marcel Unterasinger bildeten sie heuer das Team Switzerland I. Gerry Baumgartner und Ronny Furger von Wohlen starteten gemeinsam mit Urban Zihlmann aus Kriens als Team Switzerland II.
Nach dem Startlauf musste sich das erste Schweizer Team hinter zwei Russischen und einem Britischen Team auf dem vierten Zwischenrang einreihen. Zwar schafften es nach dem zweiten Durchgang sämtliche vier heimischen Teams ins Finale, doch den Viertplatzierten gelang es nicht, sich nach vorne zu verbessern. Wieder lag also die letzte Hoffnung im alles entscheidenden Endgang.

Das Team Switzerland II mit den beiden Wohlern schaffte es auf den hervorragenden sechsten Rang. Und auch die Schweizer Medaillenhoffnung Switzerland I zeigte starke Nerven und lieferte eine phänomenale Vorgabe, mit welcher die Briten nicht mehr mithalten konnten. Das russische Frauenteam kam ebenfalls nicht über die Punktzahl von Team Switzerland I hinaus. Es konnte sich aber dank einer Streichnote noch auf dem zweiten Platz hinter ihren Landsmännern behaupten. Knapp an Silber vorbei, freuten sich Jaros, Emmenegger und Unterasinger aber dennoch über das Topresultat Bronze.
„Wir sind überglücklich, dass es doch noch gereicht hat“, sagten die drei erleichtert, „den Bronzerang wollten wir unbedingt verteidigen, auch wenn die Konkurrenz hart war. Denn in der Teamkategorie sind wir stark.“ Das eindrückliche Mannschaftsresultat der Schweiz mit allen vier Teams unter den besten Acht unterstreicht diese Aussage deutlich.

Kata Schweizermeisterschaften 2010

Kata Schweizermeisterschaften 2010

Marcel Unterasinger ist Doppel-Schweizermeister

Schweizer Meisterschaft im Kata 28.03.2010 in Chur

Die Wohler Karatekas sind national top. In Chur erzielten sie einmal mehr Glanzresultate, angeführt von Marcel Unterasinger, der gleich in zwei Disziplinen Schweizer Meister wurde.

Dieses Jahr waren die Schweizer Meisterschaften nicht bloss das höchste nationale Turnier. Im Gastgeberland der Weltmeisterschaften am 17. April 2010 galt dies als Hauptprobe vor dem weltweit grössten Event des Verbands seit Jahren. Entsprechend hochkarätig war auch das Teilnehmerfeld. Die WM-Nominierten mussten sich noch ein letztes Mal beweisen, um sich ihren Startplatz vor heimischem Publikum zu sichern.

Viel versprechender Nachwuchs

Knapp 100 Teilnehmende standen am vergangenen Sonntag in Chur am Start. Bei den Jüngsten unter 16 Jahren versuchte Keerthana Veerasingam ihren 20. Rang vom Vorjahr zu verbessern, was ihr mit dem guten 10. Rang hervorragend glückte.
Eine schwierigere Ausgangslage diesbezüglich hatte die andere Wohlerin, Christa Hausherr, in der Kategorie Nachwuchs Damen (über 16 Jahre bis Grüngurt). Im letzten Jahr schaffte sie mit dem 2. Rang den Sprung aufs Podest. Doch auch in diesem Jahr stellte sie ihr Können unter Beweis und verpasste die Goldmedaille gar nur um einen Zehntelpunkt, womit sie erneut Vize-Schweizermeisterin wurde.

Wohler Elite in Topform

Ein spezielles Debüt an einer Kata Meisterschaft absolvierte Urs Eichenberger. Als einer der ältesten Teilnehmer stellte er sich dieser Herausforderung. Für die gezeigte Leistung verdiente er sich grossen Respekt, auch wenn er mit dem 20. Rang die Vorrunde nicht überstand.

Die drei weiteren Wohler Wettkämpfer in der Kategorie Elite (Braun- und Schwarzgurte) sind für die Weltmeisterschaft nominiert. Entsprechend hoch war der Leistungsdruck und die interne Konkurrenz.
Ronny Furger konnte leider nicht ganz an seinen Erfolg vom Vorjahr anknüpfen, wo er bis ins Final vorstiess. Für diesen reichte es ihm heuer knapp nicht, dennoch schaffte er wieder den Sprung in die Top 10.
Gerry Baumgartner schaffte den Finaleinzug unter die besten Acht mühelos, doch auch er musste sich mit zwei Rängen hinter seinem letzten Ergebnis zufrieden geben. Er erreichte den guten 7. Rang.
Marcel Unterasinger hatte nicht weniger als den Meistertitel zu verteidigen. Den hohen Erwartungen konnte er von Beginn weg gerecht werden – er setzte sich bereits nach dem ersten Lauf an die Spitze. Die Anspannung war im zweiten Durchgang allerdings doch spürbar. Für einen Sekundenbruchteil geriet er leicht aus dem Gleichgewicht, das kostete ihn die Führung und er fiel auf den zweiten Zwischenrang zurück. Als es dann ums Ganze ging, hielten jedoch die Nerven. Mit einem absolut souverän dargebotenen Finallauf konnte er sich am Ende doch deutlich durchsetzen und die verdiente Titelverteidigung feiern.

Bei den Elite Damen war auch in diesem Jahr die ebenfalls für die WM nominierte Janine Meyer angetreten. Im letzten Jahr noch für den Karate-Club Wohlen am Start, vertrat sie heuer den von Wohlern neu gegründeten Club in Wettingen. Mit dem undankbaren 4. Rang im Gepäck peilte sie nun einen Podestplatz an. Dies gelang ihr auf eindrückliche Weise. Sie erreichte sogar Punktgleichheit mit der amtierenden Vize-Schweizermeisterin und musste sich lediglich aufgrund einer Streichnote mit Bronze zufrieden geben.

Teamkata als Generalprobe für die Nationalteams

Für die Zuschauer wohl am attraktivsten ist das Teamkata. In dieser Disziplin starten drei Karatekas gleichzeitig und laufen eine Kata synchron. Im Rahmen der WM-Vorbereitung traten die Nominierten ausnahmsweise in ihren jeweiligen Nationalteams an. Üblicherweise werden die Teams innerhalb der Clubs zusammengestellt, was natürlich auch in diesem Jahr auf die nicht Nominierten zutraf. So kam es, dass die drei Wohler dieses Jahr ihren Vize-Schweizermeistertitel nicht gemeinsam verteidigen durften. Baumgartner und Furger bildeten zusammen mit Urban Zihlmann aus Kriens das Team „Switzerland 2“. Unterasinger startete mit Dolores Jaros aus Strengelbach und André Emmenegger aus Kriens als „Switzerland 1“. Dieses Team galt als klarer Favorit und distanzierte in den ersten beiden Durchgängen die restliche Konkurrenz auch klar. Trotz eines kleinen Patzers im Finallauf sicherten sich diese drei die Goldmedaille. Damit war klar, dass Unterasinger der ganz grosse Coup gelungen war und er sich als Doppel-Schweizermeister feiern lassen durfte!
Doch auch Baumgartner und Furger hatten Grund zur Freude. Sie lieferten sich mit dem Nationalteam „Switzerland 3“ ein Kopf-an-Kopf-Rennen, mussten sich aber am Schluss klar geschlagen und mit dem hervorragenden dritten Podestrang zufrieden geben.

Aus Wohler Sicht haben die Nominierten somit die Hauptprobe zur Weltmeisterschaft mit Bravour bestanden. Viel Zeit für Optimierungen bliebe auch nicht mehr. Der Höhepunkt des Jahres findet bereits am 17. April 2010 in der Krauerhalle in Kriens statt. Dort wird sich zeigen, wo die Schweizer Elite im internationalen Vergleich steht.